Werksgeschichte

Das Werk1

Die Idee zur Gründung einer unternehmerischen Community bewegte uns als Gründer des Vereins Das Werk1 schon seit einigen Jahren. Unsere Erfahrung als Unternehmerinnen und Unternehmer hat gezeigt, dass die Digitalisierung, wechselnde Vorschriften, drohender ökologischer Kollaps, zunehmende Regulation, Gefahr von Protektionismus, Populismus, niedrige  Margen, veränderte Kundenerwartungen, Pandemien und zukünftige ökonomische, soziale, politische sowie technologischen Herausforderungen immens sind. Der Mensch ist zunehmend gefordert und auch überfordert. Daraus ergeben sich völlig neue Fragestellungen und Herausforderungen, die von einem Unternehmen alleine nicht mehr bewältigt werden können. Wir sind überzeugt, dass die Beantwortung dieser Fragen und die Entwicklung neuer Lösungen neue Denk- und Handlungsweisen für Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und somit für jeden von uns benötigt. Aus diesem Grund haben wir im Herbst 2019 den Verein Das Werk1 gegründet.  

Wie so oft im Leben entschied auch hier der Zufall über den Standort unseres Projektes. Das Saurer Werk1 war bereits vor vielen Jahren ein Ort der Inspiration und Innovation – ein Ort, an dem Geschichte geschrieben wurde. Was also liegt näher, als eine Innovationswerkstatt genau hier aufzubauen? Zudem sind alle Gründungsmitglieder in ihrer Herkunft oder Tätigkeit eng mit der Region Arbon verbunden. 

Saurer Werk1

Das Unternehmen wurde 1853 von Franz Saurer als Eisengiesserei für Haushaltswaren in St.Gallen gegründet. Nach dem Umzug nach Arbon im Kanton Thurgau begann ab 1869 die Produktion von Stickmaschinen. Ab 1877 ergänzte Franz Saurers Bruder Hippolyt als Kaufmann das Unternehmen. Unter Adolph Saurer entwickelte sich Saurer zum grössten Einzelunternehmen der Schweiz. 1913 verkaufte Karl Bleidorn die von ihm 1891 übernommene kleine Maschinenfabrik in Arbon, die er durch die Produktion von Handstick-, Fädel- und Nachstickmaschinen sowie Flügelpumpen zur Blüte führte, an Adolph Saurer. Das Aktienkapital der 1919/20 gegründeten Aktiengesellschaft Adolph Saurer Arbon betrug 30 Millionen Franken. 

Der Personalbestand im Stammhaus Arbon ist ein Spiegel von Erfolg und Rückschlägen der dominierenden Maschinenfabrik der Nordostschweiz: Die Zahl der Beschäftigten verzeichnete von 1890 (264) bis 1920 (2918) eine starke Zunahme, sank 1922 (908) abrupt, erholte sich bis 1936 (1953), blieb ab 1937 (2414) bis 1950 (2865) relativ konstant und erreichte 1963 (4513) die grösste Mitarbeiterzahl. Der Grund für die relativ konstante Personalentwicklung seit 1937 dürfte die Überwindung der Weltwirtschaftskrise das Friedensabkommen sowie die Rüstungsaufträge des Bundes gewesen sein. Der Zweite Weltkrieg hatte einen massiven Einbruch beim Auslandsgeschäft gebracht: Von den 1940 bis 1944 gefertigten 3235 Lastwagen konnten nur 234 ins Ausland, davon 11 nach Deutschland, verkauft werden.